Öffnungszeiten
Di-Fr
9.00 - 15.00 Uhr

Sa und So
15.00 - 18.00 Uhr

 

   Wendische Kulturarbeiterinnen 1905

 

Wald- und Forstwirtschaft

Die Oberlausitzer Burg- und späteren Standesherren erfreuten sich seit dem frühen Mittelalter des Besitzes großer Waldgebiete, die ihnen unerschöpfliche Holzvorräte und Jagdgründe boten.

An erster Stelle ist hier die Muskauer Heide mit einst über 30 000 ha zu nennen. Die früh beginnende Reviereinteilung steht in enger Beziehung mit dem Aufkommen ständiger Forstaufsichtsorgane (Forestar, Förster und Jäger, Heydeläufer) und lässt sich für Muskau bis ins 16. Jh. zurückverfolgen. Damit waren erste wichtige Voraussetzungen geschaffen, die aufstehenden Bestände planvoll nutzen zu können. Um 1790 gab es im Muskauer Forst 8 Reviere zu je 140 Schlägen, in der Generalkarte von 1830 erschienen 15 Reviere. Die Ausübung des Wildbanns, die Jagd auf alles Hoch- und Niederwild, bildete über Jahrhunderte ein sehr wesentliches Stück adligen und standesherrschaftlichen Lebens.

Die wohl älteste organisierte Nebennutzung der Muskauer Heide war die Waldbienenzucht. Sie lieferte über Jahrhunderte das begehrte Wachs für Kerzen und das bis ins 16. Jh. einzige Süßmittel, den durch nichts zu ersetzenden Honig. Die wichtigste Funktion des Muskauer Forstes bestand seit dem Mittelalter aber darin, unentbehrlicher Holzlieferant für Stadt und Land gewesen zu sein.

Wichtige Erwerbszweige wie Köhlerei, Pechsiederei, Ziegelei, Töpferei, Bäckerei sowie Papiermühlen, Glashütten, Alaungewinnung, Eisenverhüttung und Bergbau wären ohne riesige Mengen von Holz undenkbar gewesen.

Dazu kam der über Jahrhunderte wachsende Bedarf an Bauholz für alle soziale Schichten.

Ohne eine andauernde planmäßige Waldwirtschaft wäre die Entfaltung des industriell-gewerblichen Lebens in der Standesherrschaft Muskau niemals möglich geworden.

 Alte Pflanzhölzer

Schenkung Familie des Försters Hoffmann in Krauschwitz