****Achtung****

am 16.04.2017 Saisoneröffnung
von 10.00-18.00 Uhr
* alle Maschinen in Funktion
* Ostereiermalen
* Gegrilltes, Gekochtes, Gebackenes

Nachbau eines Rennofens 

Eisengewinnung

Geschichte

Grundlage der Eisengewinnung in der Lausitz waren Eisenerz, Holz und Wasserkraft. Das hier vorkommende Braun- oder Raseneisenerz lieferte den Ausgangsstoff für die Eisengewinnung. Das Raseneisenerz schmolz schon bei geringer Temperatur. Die ausgedehnten Kiefernwaldungen boten reichlich Holz, das dann zur Holzkohle verarbeitet wurde.

Wasser lieferten Neiße, Schöps und Spree. Wasserantriebe bewegten die Blasebälge, die die Luftzufuhr in den Schmelzöfen regelten, die Stampfhämmer, die das Erz zerstießen und die Hämmer, die das Roheisen schmiedeten.

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts waren von den bisherigen Hämmern nur Keula und Boxberg wieder aufgebaut worden.

Rennofen

Hier sehen Sie die Gewinnung von Eisen aus seinen Erzen im Rennfeuerofen, einem Verfahren, das vor 2500 Jahren in Europa Einzug hielt.

Bei diesem Ofentyp handelt es sich um einen freistehenden Schachtofen mit eingetiefter Schlackengrube. Der oberirdische Teil des Ofens hat eine Schachthöhe von 1200 mm, der Innendurchmesser im Düsenbereich beträgt 300 mm und ist nach oben auf etwa 25 mm verjüngt. Er besteht aus Schamottesteinen, die mit Feuerfestmörtel und Lehm verputzt sind. Die Grube mit einer Tiefe von 300 mm ist ebenfalls mit Schamottesteinen ausgelegt. Holzkohle und Erz werden schichtweise in den auf Arbeitstemperatur (ca. 1200°C im Düsenbereich) vorgewärmten Ofen im Verhältnis 1:1 bis 1,2:1 eingebracht. Die erforderliche Verbrennungsluft gelangt mittels eines kleinen Gebläses über Düsen in den Ofenschacht.

Beim Rennverfahren handelt es sich um einen Reduktionsprozess, bei dem in unserem Fall Raseneisenstein in Eisen überführt wird. Das Reduktionsmittel ist der Kohlenstoff der Holzkohle bzw. das daraus entstehende Kohlenmonoxid (CO). Die Reduktion des Erzes erfolgt im festen Zustand ab 700 °C. Ein Teil des bei der Reduktion des Erzes entstehenden FeO (Wüstit) bildet mit der im Erz enthaltenden Gangart (Sand, Ton, Kalk) eine niedrigschmelzende Schlacke ab 1150°C. Diese fließt in die Schlackengrube ab und formiert den Schlackeklotz. Auf diesem liegt am Ende des Prozesses die Luppe, eine schwammartige Eisenmasse mit Schlackeeinschlüssen und Hohlräumen. Es ist also kein flüssiges Eisen, das aus dem Rennofen "rinnt", sondern die dünnflüssige Rennschlacke, die dem Ofen zu seinem Namen verholfen hat.

 Köhlerei 

             

   Köhlerei in Daubitz in den 1970er Jahren                  R. Pietsch beim Aufsetzen eines Meilers